01. August 2010
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Vergangenen Samstag trieb es drei TriRunner zum Swiss Alpine-Marathon in die Schweiz: 78 Kilometer und 2300 Höhenmeter! Kurt Rebhandel hat seine Eindrücke niedergeschrieben.
Das Unternehmen Ultralauf ist geschafft!
Nach einer verregneten Woche in der Schweiz war das Wetter zum 25.Swiss-Alpine perfekt.
Wolkenloser Himmel und 8 Grad beim Start. Zu Mittag war es auch in über 2600m Höhe mit10Grad sehr angenehm. Pünktlich um 8 Uhr erfolgt der Start des K78. Nach dem Start geht es in einer lang gezogenen Schleife durch Davos, bevor es entlang des Langwassers in südlicher Richtung hinaus in die Natur geht. Die ersten Kilometer geht es Richtung Süden durch das Langwassertal.
Noch sind die Wege wenig beschwerlich.
Die zweite Verpflegungsstelle in Heidboden ist erreicht. Es gibt 21 Verpflegungsstellen verteilt auf die 78 km, also nicht mal im Abstand von durchschnittlich 4 Kilometern. Neben Wasser, Iso, Tee und im späteren Verlauf Cola werden zudem regelmäßig Bananen, Riegel und gelegentlich kleine Brötchen angeboten.
Deutlich mehr Stimmung als in Heidboden ist am nächsten Verpflegungspunkt in Spina.
Schon von Weitem leuchtet uns die Schweizer Flagge vom Siloturm entgegen und hört man das Leuten der großen Kuhglocke zu uns herüber.
"Spina grüßt Euch" kann ich auf dem riesigen Banner über der Straße lesen. Solch eine Begeisterung der Zuschauer baut auf und gibt Kraft für die nächsten Kilometer. Auf einem Höhenweg verlassen wir Spina. Mit km 20 haben wir nicht nur gut ein Viertel der Renndistanz hinter uns, sondern auch die beeindruckende Zügenschlucht mit ihren Tunnels und Viadukten erreicht.
Unsere nächste Station ist Filisur. Dahin geht es erst mal über schmale Bergpfade, mal auf mal ab. Und bis Filisur geht es tendenziell bergab zum niedrigsten Punkt der Strecke. Von Filisur geht es auf der sich in Serpentinen hoch schwingenden Asphaltstraße nach Bergün. Dort sind die Effekten deponiert (Kleider Wechselzone). In Bergün beginnt eigentlich erst das Rennen. Es geht hoch zur Keschhütte und das bedeutet: 1350 Höhenmeter auf 14 Kilometern. Hinter Bergün steigt der Weg zunächst nur sanft an, bis Chants. Erst danach beginnt es steil zu werden und das mächtig. Meine Taktik steht fest. Bis Chants versuche ich durchgängig im Laufschritt zu bleiben, ab Chants will ich im gemäßigten Tempo die Höhenmeter machen, um danach mit erhöhtem Tempo die restlichen Kilometer in Angriff zu nehmen.
Der Weg nach Chants ist mühselig, oft genau so steil, dass man sich nicht sicher ist, ob man im Laufschritt oder gehend besser voran kommt.
Kurz bevor der k42 startet habe ich Bergün passiert, ich habe also ein paar Minuten Ruhe, bis irgendwann Läufer von hinten an mich heran- und dann vorbei fliegen. Bei den schnellen Leuten ist es noch klar, dass sie den Marathon absolvieren, aber irgendwann verliert sich der Geschwindigkeitsunterschied und ich kann nur noch schwer festzustellen, wer den K78 und wer den K42 läuft. Aber es spielt letztendlich keine Rolle, nur dass es enger wird auf den Wegen.
Nach ca. 7km laufen die ersten k42 Läufer an mir vorbei.
Die Wasserstelle hinter Chants markiert den Übergang vom mäßig steigenden Fahrweg zum steilen Bergpfad hoch zur Keschhütte. Es tut gut, den Laufschritt nun endlich aufgeben zu können, doch leichter wird es dadurch auch nicht. Jeder Meter kostet hier Kraft und ich frage mich das erste Mal warum ich das mache.
Auf der Keschhütte erwartet uns erst einmal der Rennarzt. Keiner kommt an ihm vorbei. Von der Keschhütte aus geht es erst mal ein paar Höhenmeter tiefer, danach aber ohne große Höhenunterschiede weiter. Doch der Weg ist schwierig, ständig werden Rhythmuswechsel verlangt, kein Schritt gleicht dem anderen. Um schnell vorwärts zu kommen, ist höchste Konzentration von Nöten und eine gute Koordination und Trittsicherheit und das nach 60km. Überholen ist schwierig, doch nach einem Kilometer teilt sich der Weg. Während wir am Scalettapass auf der Höhe bleiben, fällt der K42 tiefer ab zur Alp Funtauna.
Erst kurz vor dem Scalettapass kommen beide Wege wieder zusammen. Aufgrund des Vorstarts für schwächere Läufer, der dieses Jahr zum ersten Mal eingeführt wurde, gestalteten sich die nächsten km schwierig. Auf dem engen Weg ist das überholen nur schwer möglich und so bildeten sich immer wieder lange Schlangen. Vom Scalettapass geht es dann erst einmal bergab. Ich fliege an meinen Konkurrenten vorbei, überhole ständig. Das macht Laune, ich fühle mich glänzend. Von Dürboden geht es dann leicht Bergauf und Bergab und bei km 70 habe ich meinen Einbruch. Noch 8,5km, das wird hart. 3,5km vor dem Ziel noch eine Labe. Jetzt geht es mir wieder besser und ich kann wieder etwas Tempo aufnehmen.
3km vor dem Ziel noch eine unangenehme Rampe die den Rhythmus wieder bricht. Nach der Rampe ein kurzes Stück bergab durch den Wald und da passiert es, ich stolpere über eine Wurzel. Gott sei Dank nur das Knie ein wenig aufgeschlagen. Aber ich bin wieder voll wach und ich lege noch einmal Tempo zu. Unter 9 Stunden sollte sich ausgehen. Noch eine Ehrenrunde durch das Stadion von Davos und freudestrahlend über die Ziellinie! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich meinen ersten Ultralauf hinter mich gebracht habe und was mein Körper im stande ist zu leisten.
1232 Männer und 252 Frauen bewältigten den K78. Auf allen Strecken waren 5910 Teilnehmer unterwegs.
Trirun Ergebnissliste
Christina Khinast 9:38:23 Rang 70. W35 13.
Kurt Rebhandl 8:56:57 Rang 274. M40 85.
Josef Günthner 9:08:39 Rang 317. M50 36.
und natürlich war auch der ehemalige TriRunner Ambros Mühlbachler mit am Start und finishte in sensationellen 9:57:58 Stunden.
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