Ein wackerer Läufer beim Mürzer Oberland Naturpark-Tria
31. Juli 2010
Knapp eine Woche ist es her, da trotzte einer Wind und Wetter, ohne Sonne - dafür aber mit um so mehr Wind kämpfte sich Stefan S. - alleingelassen von seinen anderen Vereinskollegen bei arktischen Temperaturen von 13°C durch die nordsteirische Pampa, eine Gegend in der die Welt noch in Ordnung ist.

Auffallend ist aber das "milde Klima" gewesen. Während um Annaberg herum noch Temperaturen diesseits der 10°C Grenzen gemessen wurden, erwartete einem Neuberg an der Mürz mit gefühlten "subtropischen" 13-14°C (leicht schwankend). Die Sonne schien nur in der Vorstellung, vor allem aber im Herzen der Athleten. Vor dem Einräumen der Wechselzone ließ sich Stefan S. noch zu einer Tat des Mitleids hinreißen und rettete ein unschuldiges Vorderrad samt Reifen davor von einem Tria-Rookie mit einem (Kreuz!!!-)Schraubenzieher voneinander getrennt zu werden.Hightech-Geräte wie Reifenheber aus Kunststoff schienen zu dieser Unzeit (Sa früher Nachmittag) in Neuberg Mangelware zu sein. Gott sei Dank führt Stefan S. stets eine Ladung solcher raren Werkzeuge mit sich.
Die Wechselzone war sehr überschaubar, vor allem deswegen, weil sich der Hauptbewerb (olympisch) und die "Gaudi-Distanz" 2 vorher, die gleiche Wechselzone teilen mussten. Somit musste man warten, bis man einräumen konnte und dann ging's auch gleich weiter zur Wettkampfbesprechung.
Die Schwimmstrecke outete sich dabei als Intelligenz-Härtetest für die Athleten: da schwimmste im ersten der beiden Ententümpel mal eine Runde, zählst noch eine ganze dazu und dann erst geht's rüber in Tümpel 2, dort geht's aber nicht gleich an Land, sondern nochmal um die Boje rum, dann von der Wechselzone Richtung Ausstieg und dann, und dann habt ihr's...
Tja, und dann hatten wir's - das Schwimmen war, gelinde gesagt, a bisserl a Streiterei - um eine sehr kostbare Resource, nämlich Platz! Gut 150 Figuren sind angetreten sämtlichen Schlamm und Morast vom unersichtlichen Grunde dieser Teiche aufzuwühlen - und sich gegenseitig ebenso :-). Es hat bis in die 2.Runde nach dem Durchschwimmen des kleinen Verbindungskanals der beiden See-äh Pfützen gedauert, bis man seine Freiheit hatte. Allerdings war die Temperatur sehr angenehm zu schwimmen. Mit handgestoppten gut 25 min war der Stefan S. auch mit der Schwimmleistung zufrieden - allerdings kamen dann noch rund 250 m Laufen bis zur Wechselzone hinzu.
Auf dem Rad ging's ab Richtung Nordwest und gleichzeitig war's auch eine prima Charakterprobe: Gegenwind satt, 13°C Aussentemperatur, ständig leicht bergauf und als man dachte es geht nicht mehr kam von irgendwo ein Sprühregenschauer her. Die ersten 20 km dieser Wendestrecke kann man getrost als Strafe bezeichnen, erst dann wurde es besser, ab der Wende erfolgt die notwendige physikalische Umkehr der vorangegangen Erlebnisse: Rückenwind, bergab und man kam schnell aus der Regenzone. Dadurch konnte Stefan S.'s Rad dann auch seinem Namen gerecht werden: "Warp 5" - mit ähnlichen Geschwindigkeiten ging's dann Richtung Wechselzone.
So misslich die Bedingungen erstens für's Radln waren so lässig gebährdeten sie sich für's Laufen. Die Strecke war abenteuerlich abwechslungsreich: nur Wiese und bisschen Schotter, so gar einmal ein enger Holzsteg nahe des Sees. 2x ging's auf die hügelige und anspruchsvolle Wendestrecke - ein Genuss für Stefan S., der hier seine Stärken voll ausspielen konnte: Triathlons gewinnt man beim Laufen - na gut, nicht nur, aber es ist ein Genuß alle jenen (Windschattenfahrer) wieder zu überholen, die einem vorher auf der Radstrecke einen Korb gegeben haben (vor allem die Windschattenfahrer - unfaire Schw....!!!)
Stefan S. lieferte sich zahlreiche Zweikämpfe auf der Laufstrecke, aus denen er fast immer als Sieger hervorging - schlussendlich zog er noch einen Wiener so zu sagen in seinem Windschatten in's Ziel - beim Laufen ist das aber ja auch OK. Stefan S. zeigte sich über die erreichten 2:21:36 hochzufrieden und hofft auf deutlich sub 2:20 nächstes Jahr.
Alles in allem ein sehr netter, kameradschaftlicher Wettkampf - bis auf die Wechselzone (etwas knapp, zeitlich) gut organisiert und landschaftlich sympatisch. Normalerweise würde ich sagen, so ein Bewerb verdiene mehr Starter - das kann ich aber den Athleten angesichts der kuscheligen Schwimmstrecke nicht wirklich wünschen - außer man initierte einen Wellenstart.
Also bis bald in Neuberg a.d.Mürz!
Ein Bericht von Stefan Schwarzmaier










