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TriRun beim tiefsten Marathon der Welt

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Am 5.Dez. starteten Ambros Mühbachler und Joschi Günthner zum tiefsten Marathonlauf der Welt in einem aufgelassenem Kalibergwerk in der ehemaligen DDR. Ein Laufbericht von Joschi...

Bei eisigen Temperaturen mussten wir einige Zeit warten, bis uns nach einem letzten"Glück auf" der Aufzug im Förderschacht 700m unter die Erde brachte. Das war gar nicht soooo gefährlich und nach ca 4 Minuten waren wir unten angekommen. Die Temperatur betrug hier schon kuschelige 23°C und die Bergknappenkapelle spielte auf.Hohe Gänge und weitläufige Hallen lassen keinerlei Platzangst aufkommen. Wir mussten nun ca 1,5 Std warten ,da alle Teilnehmer nur über diesen Versorgungslift nach unten gebracht werden können. Es gibt jedoch ausreichend Bierbänke, WC Anlagen und sogar ein  kleines Buffet. Das wird ja alles gar nicht so wild, dachte ich mir.

 

Pünktlich um 10 Uhr standen alle 400 Läufer mit Helmen und Stirnlampen am Start. Ambros war wie immer total relaxed und nach seinen Wüstenläufen fühlte er sich in dieser Wärme sichtlich wohl. Mir wurde jedoch irgendwie immer heißer  und auch die Luft kam mir nicht mehr so frisch vor. Nach dem Startschuß geht es zuerst einige Minuten in den Stollen, wo dann die Zeitmessung beginnt. Es wurde ziemlich finster und enger und ich blickte doch in einige ängstlich Augen.

 

Gleich nach dem Start begann zu meinem Erstaunen ein total steiler und langer Anstieg, der von allen nur gehend bewältigt wurde. So easy dürfte das ganze also doch nicht werden, dachte ich mir. Dann ging es steil bergab und immer tiefer in den Berg hinein. Mit jeder Minute wurde es heißer und Luft stickiger. Zum Glück waren alle 2,5km Labstellen eingerichtet und ich konnte mir Wasser über den Helm schütten. Überhaupt habe ich noch nie so viel getrunken wie bei diesem Bergwerksmarathon.Endlich ging es wieder bergauf und  die Temperatur ging zurück. Der Boden war mit einer feinen kristallinen Salzschicht bedeckt und man glaubte immer, auf Glatteis zu laufen. Dieses Gefühl bringt man erst nach einiger Zeit aus dem Kopf und kann dann lockerer laufen.

 

Nach der ersten von insgesamt vier Runden hatte sich der Läuferpulk schon auseinandergezogen und man lief zeitweise ganz alleine durch die dunklen Stollen. Zum Glück waren alle Nebenstollen abgesichert, denn verlaufen möchte ich mich da unten nicht! Mit jeder Runde ging es mir besser und ich konnte jetzt dieses einmalige Lauffeeling so richtig genießen. Mit einer Zeit von 4:06 lief ich schließlich als Gesamt 50. durchs Ziel und ich hätte gerne noch eine Runde drangehängt.

 

Ambros ist dann auch einige Minuten später eingelaufen, aber für den war das ja nur ein kurzes Läufchen. Die Beinmuskulatur habe ich am nächsten Tag schon noch gespürt , denn es waren ja immerhin 124o Höhenmeter und die Hitze ist auch nicht zu unterschätzen. Für alle Läufer, welche schon die verschiedensten Marathons gelaufen sind, ist dieser Bewerb sicherlich ein Highlight in ihrer Sammlung. Die Ausfahrt aus dem Bergwerk  verlief  ebenfalls problemlos und dann standen wir wieder in der Kälte und im Regen. Während  der achtstündigen  Zugfahrt nach Hause haben wir unsere Eindrücke noch ausführlich besprochen und den ungläubigen Zuhörern im Abteil konnten wir nur durch die Fotos unserer Digitalkamera den wirklichen Beweis unseres Abenteuers liefern.

 

„Glück auf"  Euer Joschi Günthner

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