TriRun MINI Trainingslager 2010 auf Lanzarote

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TriRun MINI Trainingslager 2010 auf Lanzarote vom 16.03. - 23.03.2010. Mit Mario Lepschy, Peter Weichselberger, Markus Sageder und Cristian Gemmato. 

 

 

 

Zur Statistik:

Gefahrene km: ca. 600 (Sageder Markus doppelt)

Höhenmeter insgesamt: 9.500 (Sageder Markus doppelt)

Stunden am Rad: ca. 25 (Sageder Markus doppelt)

Stunden im Wasser: ca. 2 (Cristian Gemmato Null)

Stunden Laufen: der eine mehr, der andere weniger

Sonnenbrände: Peter am Kopf und auf den Schultern - Rest hat sich brav eingeschmiert

Gänge zum Buffet: mindestens 6 - 8 pro Nase pro Essen

Unfälle: 0

Defekte: 0

Ansagen: Ironman Lanzarote Markus Sageder fix 2013!

 

 

Hier das erlebte im Detail:

 

Dienstag, 16. März 2010. 3:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Aufstehen. Die Koffer sind gepackt. Es geht zum Flughafen nach Salzburg. Das Trainingslager auf Lanzarote wartet. Auf der A1 zwischen Linz und Salzburg ein letztes Aufbäumen des Winters. Starker Schneefall. Wurscht. Es geht ja in den Süden. Eine Maschine von Fly Niki wartet schon. Um 6.35 Uhr startet diese. Mit an Bord Mario Lepschy, Peter Weichselbaumer und Cristian Gemmato. Markus Sageder weilte zu diesem Zeitpunkt samt Familie bereits auf Lanzarote. Für jemanden wie er mit großen Ambitionen sind 7 Trainingslager einfach Tage zu wenig.  Zum Vorglühen und als Vollchecker reiste Markus Sageder deshalb bereits am 9. März an. Aber dazu später. Zuerst ein Frühstückszwischenstopp in Nürnberg - Brezn mit Butter um € 3, Umsteigen auf eine andere Maschine und dann ab in den Süden. Irgendwo am Flughafen oder sogar im selben Flieger ein unbekannter Last Minute „Ich flieg auch mit" Passagier: Martin Pfarrhofer (wie's aussieht baldiger Neo Trirunner und Anwärter auf den Titel „rookie of the year. Nur für die Statistik: HM Bestzeit bei 1:22!)  samt seiner Verena. Vier Stunden Flug. Ankunft auf Lanzarote - von Cristian Gemmato kurzerhand auf WLANzarote umbenannt (Arbeit ist Arbeit und dank modernster Technik, geht die immer mit). Sonne und mindestens 20 Grad, welche sich auch wie mindestens 20 Grad anfühlten. Dann schon der erste fast Sonnenbrand. Kurzhaarfrisuren (@Cristian Gemmato) sind halt empfindlich. Am Flughafen ein Mann mit „Sageder" Schild in der Hand. Wir waren also schon richtig. Samt Räder und Gepäck (Mario und Peter reisten mit Ihren Drahteseln der Kategorie 2. Wahl an. Cristian Gemmato verzichtete auf seine Princessin, jedoch nicht auf seine Prinzessin) ein erstes Kennenlernen frei nach „ah ihr a do" mit Martin und Verena. Mit dem Spezialbus „Ich führe auch Rennräder" ging es von Arrecife nach Puerto Calero - 12 km die nie enden wollten. Auch weil sich alle schon am Fahrrad sahen und fühlten. Das Hotel Iberostar Costa Calero wurde als Headquater für die nächsten Tage fixiert. Schnuckelige Appartements ebenerdig und perfekt zentral. 10 Schritte zum Pool. 10 Schritte in den Speisesaal und 11,5 Schritte in den Radkeller.

 

Der erste Nachmittag galt dem Einchecken. Räder auspacken und zusammenschrauben für die einen und Mietrad ausfassen für die anderen. Die Wahl fiel - es gab keine andere - auf ein Orbea Alu Carbon mit Shimano Ultegra. 53/39 vorne und 13/27 hinten. Kurz nach 16 Uhr ein erstes Kennenlernen der Insel. Und schon die erste Erkenntnis: Die Donaulände zum gemütlichen Einrollen gibt es hier nicht. Einfahren bei 10% Steigung. Dazu der Winterspeck als echter Schreck - denn kurz/kurz verzeiht nix. Nach einer guten Stunde war der erste Spuk vorbei. Zurück ins Hotel. Essen, nein Fressen und dann Bettruhe.

 

Tag 1. Abfahrt um 10.00 Uhr. Am Programm eine Ausfahrt von 4 h. Miguel (der eigentlich Michael heißt) der Inhaber von Lanzarotebike (www.lanzarotebike.es) erklärte uns noch am Vortag, dass man auf Lanzaröte (hätte ich ganz vergessen - aufgrund der Starken Sonne und der Nähe zu Afrika, ist die Insel bekannt für die Blitz Sonnenbrände so mancher „Ich brauche keine Creme" Typen) nie und nimmer in km denken darf. Die Kennziffer die gilt nennt sich Zeit. Denn 100 km auf der Insel bedeuten im Schnitt mindestens 1.500 Höhenmeter - außer man fährt in einem Kreisverkehr schön brav im Kreis). Ist man im Hotel Costa Calero stationiert hat man einen Vorteil und einen Nachteil. Der Nachteil - man fährt die ersten km täglich kurz bergauf um an die bekanntesten und schönsten Routen zu gelangen. Der Vorteil - man fährt die letzten km täglich kurz bergab um von den bekanntesten und schönsten Routen zurück ins Hotel zu gelangen. Also Start und schon die erste Bergwertung, welche sich in bekannter und teils fragwürdiger Manier Cristian Gemmato holte. So aus dem Stand heraus (eigentlich aus dem Winterschlaf heraus)  - ein Signal an alle anderen. Der Titel des Bergdoktors darf dieses Jahr wieder nur über Cristian Gemmato gehen. Bekanntlich folgt nach dem ersten Berg meistens (eigentlich immer) eine Abfahrt. Diese hatte es in sich. 21 % Gefälle und eine Sicht auf Playa Blanca. Der südlichsten Zipfel der Insel wurde ausgelassen. Statt dessen ging es über Las Brenas auf die original Lanzarote Ironman Streke: Die Passage Salinen über El Golfo, Yaiza in die Feuerberge. Traumhaft. Links und rechts Lavagestein und mitten durch eine asphaltierte Strecke. Zum Thema Asphalt ist vielleicht folgendes zu erwähnen:  Wäre der Landesrat Franz Hiesl auf Lanzarote - er würde aufgehen und aufblühen (sofern er hier auch so viel Straßenbaubudget hätte). Es gibt hier so viel neu zu asphaltieren.

 

 

Dank des Asphaltes braucht Mann/Frau gute Oberarme um das auszufedern, was die Sonne und die Hitze aus dem Asphalt im Laufe der Zeit herausnagen. Summa summarum aber kann man gut fahren und ein Training der Bizepse schadet nie und nimmer. Zweites Highlight am 1. Tag die Feuerberge im Nationalpark von Timanfaya. Zu bewältigen eine endlos scheinende Steigung - schnurgerade, mindestens 3 Kilometer. Von oben ging es dann über Tinajo nach Santa, zum legendären Club la Santa - eine dänische Bastion. Alles immer noch auf der original Ironman Strecke. Vom Club la Santa nach So und dann hinunter nach Caleta de Famara - die Surfer Hochburg. Auf der Abfahrt konnten alle schon ahnen, was ihnen erwarten würde, wenn es dann wieder hinauf geht. Es waren die wohl brutalsten km der gesamten Woche für alle (Markus Sageder und Cristian Gemmato erlebten eine weitere - dazu aber später). Von Caleta de Famara hinauf nach Teguise: ca 8 km gegen den berüchtigten Calina, einem warmen afrikanischen Wind aus der Sahara. Der bläst einen direkt ins Gesicht und fühlt sich wie ein Föhn an, den man zu Hause hat. Manch einer hatte Mühe, das Rad überhaupt noch geradlinig zu führen. Am Tacho wechselten sich die Zahl 10 und 12 ab; Stundenkilometer Geschwindigkeit  versteht sich. Vorne weg Markus Sageder und Martin Pfarrhofer, welche glaubten oben gäbe es etwas umsonst. Es dauerte Lichtjahre bis der Rest dann am Kreisverkehr von Teguise die beiden wieder treffen konnte. Wir alles wissen jetzt, was es heißt einen langen Bart zu bekommen - im wahrsten Sinn des Wortes. Markus und Peter waren in der Zwischenzeit sehr gealtert. Dank der geringen Steigung gab es wenig Punkte für die Bergwertung, so dass das virtuelle Bergtrikot von Cristian Gemmato nie in Gefahr war. Geschlossen machten man sich dann auf den Weg Richtung Hotel über Mozaga, Madache über La Asomada (letzer Berg des Tages - Bergwertung ging an Cristian Gemmato) hinunter nach Puerto Calero. In der Abfahrt zog sich das kleine Feld noch in die Länge. Alle bereiteten sich auf den Zielsprint vor, denn dann Cristian Gemmato aus dritter Position startend für sich entscheiden konnte. Etappensieg. Gelbes Trikot und führender in der Bergwertung. Was für ein Einstand.

 

Zum Auslockern gab es dann noch ein lockeres Läufchen über Stock und Stein. Am Abend dann Buffet, Kinderdisco und Variete Abend. Bei lauen Temperaturen und einem Schwätzchen auf der Terrasse endete dieser Tag gegen 21.30 Uhr (Ortszeit) mit kollektiver Hüttenruhe.

 

Tag 2. Diesmal starteten nur mehr 4 Gladiatoren - Martin blieb bei seiner Verena. Das brachte ihm Pluspunkte bei den Damen aber bei den Männern ... aber das ist eine andere Geschichte. Aufgrund unterschiedlicher Trainingsauffassungen (auf der einen Seite Mario und Peter als Bernhard Schimpl Aposteln mit Grundlagenausdauerbefehl und auf der anderen Seite Markus und Cristian mit Kraftausdauervision) trennten sich dieses Mal die Wege der vier. Markus und Cristian stiegen auf nach San Bartolome um dann über Teguise und einen weiteren Teil der Original Ironman Strecke auf den höchsten Punkt der Insel, den Penas del Chache (671 m) zu gelangen. Dort machten beide Bekanntschaft mit einem alten Freund den Wind. Denn nach der Abfahrt nach Tabayesco ging es ca. 20 km gegen diesen bis nach Arrecife. Auf der Ebene 12 - 15 km/h zu fahren und das mit einem Markus Sageder als Windschattengeber hat es schon in sich. Kategorie brutal charakterbildend. In Arrecife angekommen ging es vorbei bei Cesar Manrique über eine nicht unspektakuläre Kehrensteigung wieder hinauf nach San Bartolome. Cristian Gemmato dachte schon jetzt nur mehr bergab ins Hotel zu dürfen. Doch Markus ist diesem Wunsch nicht gefolgt und hat eine kleine Schleife eingebaut, welche die beiden dann über die holprigste Holperstrecke der ganzen Insel geführt hat. Hier machten beide auch Bekanntschaft mit „Gero", einen deutschen Amateurfahrer, welcher sich ziemlich frisch nach einer lt. Angaben 2.700 km langen Ausfahrt mit mehr als 56 km/h dazu gesellt hat. Cristian Gemmato, am Rande seiner Kräfte versuchte beiden zu folgen (Markus hat wie immer die Herausforderung angenommen und sich mit Gero duelliert). Glaubend, dass Gero ihm etwas sagen wollte, näherte sich Cristian Gemmato diesem, was den Deutschen zu folgendem Spruch verleiten ließ: „Bleib hinten. Zuerst eingehen und dann daneben fahren." Ich würde sagen das war Höchststrafe. Mit einer extra Runde der extra Runde ging es über die letzte Bergwertung, welche der Piefke gewann - no na - zurück ins Hotel. Auf der Abfahrt lieferten sich Markus und der Piefke ein Downhill rennen der Sonderklasse. Als Cristian Gemmato nach einer Ewigkeit das Etappenziel im Visier hatte, kamen Markus und der Piefke ihm bereits entgegen. Höchststrafe Nr. 2.

 

Am Nachmittag am Pool liegend kam der Piefke an den Trirun Gladiatoren vorbei, erspähte Cristian Gemmato und meine cool zu seiner Frau/Freundin: „Da schau, der hat sich schon wieder erholt." Als Cristian Gemmato ihm keines Blickes würdigte, meinte der Sasha „Ich glaube, das ist er gar nicht.".

 

 

Tag 3: Alle wieder vollzählig. Am Programm: Mirador del Rio. Der nördlichste Zipfel der Insel. Start wie immer Richtung San Barolome. Bergauf - versteht sich. Dann hinunter nach Arrecife. Diesmal die Strecke vom Vortag in verkehrter Richtung. 55 km/h Schnitt auf 20 km bedeuten statt 1,5 h für die Strecke nicht einmal 30 Minuten. Die 55 km/h konnten nur dank der hervorragenden Zugarbeit (ICE Express)  von Markus Sageder erreicht werden. Nach der Tempobolzerei wartete ein 5 km Anstieg nach Haria. Ein Klax für Menschen, die sich auf den Ironman Zürich vorbereiten und hier Interwalle trainieren. Einen solchen trafen alle hier am Berg. Sein Ziel: 9:20. Wir halten die daumen. Haria - Mirador del Rio - 7 km die landschaftlich viel hermachen im Tal der tausend Palmen (hier fällt der meiste Niederschlag der ganzen Insel, weil die Pasatwinde von den doch etwas höheren Bergen gebremst und „gemelkt" werden.) Jeder Höhenmeter entschädigt für die Mühen. Oben angekommen obligates Foto. Zum Glück waren alle  dank Winterspeck schwer genug um nicht vom Wind  weggeblasen zu werden. Als Beweis für den Wind wurde beim Fotoshooting die Hypo Alpe Adria Fahne ehisst. Die Rückkehr gegen den Wind erwies sich als Challenge, denn der Weg über Serpentinen hinauf zur Biosphäre am Penas del Chache (671 m) stand noch auf dem Programm. Etliche km und Windverfluchungen später dann die einen zurück ins Hotel über La Asomada und die anderen (Martin, Markus und Cristian) mit Extrarunde über La Geria. Die letzen km wieder bergab. Martin und Markus mit 150 - 200 Meter Vorsprung. Doch dann die Attacke von Cristian. Vorbei an beiden. 2 Kreisverkehre noch. Am Letzen dann das fast Unglück. Cristian Gemmato fährt in diesen zu schnell hinein, kann noch rechtzeitig die Ausfahrt erwischen, schaut zurück, sieht Markus im Rückspiegel (Markus wollte den Tagessiegt nicht einfach so hergeben), lenkt zurückschauend zu sehr nach rechst und als der Blick wieder nach vorne ging, stand plötzlich ein VAN am Straßenrand. Cristian Gemmato reagierte zum Glück richtig und sicherte sich den Tagessieg. Knapp daneben ist auch vorbei, soll der Kommentar von Markus Sageder gewesen sein - wurde aber nicht bestätigt. Weder von ihm selber noch von anderen.

 

Tag 4: Ruh- und Frauentag. Inselseeing. Da Mario und Peter keine Frauen mithatten entschlossen sie sich einen zusätzlichen Trainingstag einzuplanen. Zum Inselseeing: besonders empfehlenswert: Das Museum von Cesar Manrique in Arrecife, die „Cuevas de los Verdes" und die „Jameos del Aqua" im Norden der Insel. Man steigt hier in den inneren der Vulcane und findet dort geniale Party Location. Der 40er von Markus Sageder soll Gerüchten zu Folge bereits dort gefeiert werden. Ein Muss für alle die sich einen Ruhetag leisten wollen sind die „Montanas del Fuego" samt geführter Busfahrt in Nationalpark auf engsten und steilsten Straßen. Die Idee eines „Feuermarathons" hier oben wurde kurzerhand geboren - und wieder verworfen.

 

Tag 5: Ironman Lanzarote Originalstrecke. 180 km am Programm. Nach einem reichhaltigen Frühstück - die Omelette Dame brach nach der Zubereitung von 5 Super Wooper Mega Omelettes erschöpft zusammen - ging es pünktlich um 10 Uhr los. Ausgemacht war, dass die Damen uns bei der Hälfte der Strecke am Markt in Tequise treffen sollen. Ausgemacht! Der erste Teil der Strecke - bergauf! Martin und Markus (beide wollten locker fahren ohne zu forcieren) vorne wieg - wie immer. Dahinter die Nachzügler. Alle mittlerweile mit iPod im Ohr. Nach 30 km ein Karaoke Wettbewerb am Rad. Das Lied „Take a long way home" featuring Cristian Gemmato. Und alle gemeinsam „Yeah". In Yaiza angekommen - die berüchtigte „Golfo Schlaufe" eine 15 - 20 km lange Strecke entlang des Ozeans mitten im Lava. Bei den Salinen stieß eine größere Gruppe von Fahrradfahren auf die Jungs von Trirun. Briten vom Club la Santa bereits auf dem Weg nach Hause. Ein Brite sogar mit einem Pinarello Prince. Bei diesem ist wohl der Beinhaaren Sensor ausgefallen (dieser produziert bei Pinarellos Haarrisse in der Gabel und im Hinterbau, sollte der Fahrer die Beine nicht rasiert haben - ist übrigens serienmäßig zu haben). Cristian Gemmato erprobter Radmarathonfahrer setzte sich sofort ins „Feld" und überholte Lächelnd den vor der Gruppe fahrenden Markus samt Martin. Gegen den Wind mit guten 30 km/h in der Gruppe - eine lustige Ausfahrt. Die nächste Szene dann filmreif. Markus - angestachelt - pfeift Cristian Gemmato dermaßen zurück (Triathleten und Windschattenfahren - das gehört sich nicht), dass dieser aus Angst an Ort und Stelle im Ozean versenkt zu werden die Gruppe ziehen ließ. Dem nicht genug. Jetzt zündete Markus den Turbo, überholte die Gruppe und reihte sich ca. 30 - 50 Meter vor ihr ein. Der Abstand blieb ungefähr konstant. Markus voll in die Pedale, die Gruppe „locker" und am Ende der Gruppe noch lockerer Cristian und Mario. Nach ca. 5 - 8 km am nächsten Berg die schlechte Nachricht. Peter hatte den Anschluss verpasst. So warteten Cristian und Mario auf den Nachzügler. Martin und Markus lieferten sich während dessen einen erbitterten Kampf mit der Gruppe den Berg hinauf bis nach Yaiza, wo sie dann wieder warteten. Die Trirunner waren wieder vereint. Gemeinsam ging es dann in die Feuerberge - mit kleinem Stopp bei den Dromedaren - und nach Tinajo. Kaum ein wenig Flachland sahen alle nur mehr den mittlerweile immer schmäler werdenden Hintern von Markus - der sich auf seinem von Raimund eingestelltem Plasma sichtlich wohl fühlte und mit dem Rest der Gruppe Katz und Maus spielte. Einzig und allein Martin konnte ihm Paroli bieten. Von Tinajo hinunter nach Santa, dann hinauf nach So hinunter nach Caleta de Famara - alle mit Gegenwind. Freud und Leid auf einmal. Leid, weil bergab voll in die Pedale getreten werden musste, Freud weil die Hoffnung auf eine Heimfahrt mit Rückenwind immer stärker wurde. Beim Anstieg nach Tequise dann eine verkehrte Welt. Wo sich die Gruppe noch 2 Tage zuvor geplagt hatte, wurde jetzt regelrecht geflogen. Diese Leistung am Berg machte auch die Doping Kommission auf der Insel stutzig. Was dazu führte, dass diese eine Kontrolle ankündigte. Jetzt wurde Martin, Markus, Mario und Peter bange. Alle entschlossen sie hinter Tequise alle Beweismittel zu vernichten und begaben sich zum kollektiven Urinausstoß. Befreit von Gift und Epo wartete dann der nächste Berg. Vorne weg, der führende in der Bergwertung, dann Martin und Markus. Mario und Peter schonten sich (wofür?). Dann eine Attacke von Gemmato - in der Zeitlupe genau zu erkennen, wie sich Martin und Markus zurückfallen ließen um Mario und Peter zu unterstützen) - der Vorsprüng mehr als eine Kehre und nur 1 km bis zur Bergwertung. DJ Bobo im Ohr, kämpfte sich Cristian Gemmato hinauf. Nur noch 500 Meter. Und dann waren sie wieder da. Markus und Martin. Bergwertung oben: 1. Markus, 2. Martin und 3. Cristian. Abfahrt nach Haria, Anstieg nach Mirador del Rio. Das Imperium schlägt zurück. Cristian Gemmato aus 3. Position zieht den Sprint an (bergauf!!!!) erwischt alle am falschen Gang und feiert seinen xten Bergsprint. Weiter Punkte für die Gesamtwertung waren sicher. Auf der Abfahrt nach Arriete treffen die Jungs auf einem Belgier am Straßenrand - vom selben Hotel. Dieser bastelt an seinem Rad - dem Anschein nach ist die Kette gerissen. Keiner kann helfen. Es wird weiter gefahren. Es war der 21. März Frühlingsanfang. Grund genug, den Winter zu verabschieden - mit einer Hommage an die Skispringer. „Flieeeeeeeeg" - so fühlte sich Cristian Gemmato, als er in der Abfahrt beide Hände vom Lenkrad nahm, am Rad aufstand, Arme nach hinten (Geschwindigkeit ca. 70 km/h). Dem nicht genug. Freihändig in eine Kurve zu lenken - auch nicht einfach aber machbar. 5 x 20,0 für die Haltungsnoten.

 

Am Ende der Abfahrt eine Tankstelle zum auftanken - Cola, Cola, Cola und Cola. Auch der Belgier wieder da. Er musste das Schaltwerk abmontieren. Kürzte die Kette auf 1 Gang und machte sein Rad so fit für den Nachhauseweg. So etwas ist vorbildhaft. Eindeutig „Man of the day". Wäre das einem von den Trirunnern passiert - wäre wohl ein Taxi die Lösung gewesen.

 

Arriete - Arrecife: 20 km. Rückenwind. Auf Anweisung von Markus belgisches Kreisel (wieso plötzlich von Markus der Wunsch nach Windschatten? Schwäche?). Dieses funktioniert nicht, denn an den Steigungen wurde von so manchem die selbe Geschwindigkeit durchgedrückt wie im Flachen, was das Feld zerbrach. Also, immer wieder warten. Von Arrecife geht es dann wieder hinauf Richtung Teguise. Bei Nazaret dann recht ab. Dort trifft man auf den besten Asphalt der Insel. Paris - Roubaix ist dagegen heilig. Doch alle waren sie noch gut in Schuss. Doping? Ja! Aber legales Doping. Voll gestopft mit Miguels Feigen sind die bis dorthin ca. 130 gefahrene km abgespult worden. Übrigens sind Miguels Feigen ab sofort erhältlich. Um € 90 das Kilo (gute Zeiten müssen wohl was wert sein, oder?). Nur noch ca. 30 km bis nach Hause (ausgelassen wird die Playa Blanca Schleife auf einer Schnellstraße). Fast 30 km. Denn um die ausgelassene Schleife zu kompensieren schickt Markus alle nochmals in die Feuerberge. Gegen den Wind um dann wieder umzukehren und sich selbst in einen Geschwindigkeitsrausch zu versetzten. Was er auch tat. Alle vorgeschickt und dann einzeln wieder eingesammelt. EGO-Training a la Sageder. Doch dann wieder ein Schwächeanfall von Markus. Er nimmt den kürzeren falschen Weg und verlässt die Ironman Originalstrecke zu früh. Das sitzt und tut weh. Dafür wird er mächtig gerügt. Gemmato, der den Überblick hat bringt alle wieder auf Kurs Richtung Consil. Nur mehr 15 km bis in Ziel. Alle bergab - mit vielen Kurven.

 

Was für eine Wende. Markus in Führung liegend, bleibt stehen. Steigt vom Rad um sich eine Weste überzuziehen (bei gefühlten 50 Grad??????). Das kann es nicht sein, denkt sich Cristian Gemmato. Schaut sich ein paar mal um dann eine entscheidende Attacke zu starten. Er reißt ein rießen Loch auf und stürzt sich Richtung Hotel. Ein Transporter bremst in ein, so dass Mario und Martin aufschließen können. Wer jetzt den Transporter als erster überholt setzt eine Hypothek auf den Sieg. Gemmato kommt vorbei, die anderen nicht. Eine rießen Chance. 60 - 70 km/h bei einer Trittfrequenz von mindestens 200 geht es hinab. Das Ziel nähert sicht. Gemmato vorne - im Rückspielgel nähert sich aber Mario. Wahnsinn? Wunder? Schiebung? Taxi? Mario überhol Gemmato (kämpft mit dem kleinsten Gang) - hinein in den letzten Kreisverkehr - Zielsprint. Und um eine halbe Radlänge gewinnt .... MARIO! Tagessieg für den Außenseiter. 170 km in 6h45min.

Gratulation. Der 2. Platz genügt aber Gemmato für die Führung in der Gesamtwertung.

 

Ach ja. Ausgemacht war mit den Frauen sich zu treffen. Geschehen ist es aber anders. No na.

 

 

Tag 6: Letzte Ausfahrt vor der Heimreise. Mit dabei nur mehr Markus, Martin und Cristian. Peter und Mario tauschten die Räder mit Laufschuhen. Die letzte Ausfahrt nach einem 170 am Vortag sollte dazu dienen nochmals die Höhepunkte der Insel (außer dem Nroden) nochmals zu entdecken. Es ging über San Bartolome diesmal wieder in die Feuerberge. Der Wind von Nord Osten schob da und dort kräftig an. An der Steigung in die Feuerberge ein alter Bekannter. Sasha Brendle (Feuerberge, Heiß, Brand, Brendle - unsere Gedankenstütze) der Schweizer im Training für Zürich. Wir fragten uns, was ein Schweizer hier mache? Die Antwort gab er uns persönlich: Interwalle am Berg! Drei schon hinter sich, 6 noch vor sich. Viel Spass! Die drei Musketiere entschieden sich lieber die Runde zu beenden und so ging es über Yaiza, El Gofo zurück zu den Salinen. Dann der letzte Höhepunkt der Woche. Nicht die Steigung nach Las Brenas (diese ist zwar auch nicht ohne und in der Mittagshitze nicht zu unterschätzen), sondern der 21% wartete noch. Was es bedeutet mit 6 km/h einen Berg hoch zutreten braucht hier nicht erwähnt zu werden. Das Gefühl gleicht jenem als würde man sich auf einen Wheelie vorbereiten, dann die Gefahr diesen aufgrund der Steigung auch tatsächlich zu machen ist groß. Markus und Martin haben diesem Phänomen der Schwerkraft mächtig getrotzt und sind den Berg hinaufgeflogen. Da das Bergtrikot dem Bergdoktor nicht mehr zu nehmen war, galt dieser Bergsieg nur der Statistik. Den Etappensieg holte sich Markus Sageder, obgleich er wieder kurz vor (es war aber schon nach) dem Ziel sein „Jäckchen" anziehen wollte. Spiel, Satz und Sieg! Der König ist tot. Es lebe der König. Am 23.03.2010 ging es dann wieder zurück nach Salzburg.

 

 

Fazit: Super! Sonne, Wind, Höhenmeter und Omelettes vom Feinsten. Dazu ein Sageder in bestechender Form. Kurzum. Wir kommen wieder.

 

 


 

 

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