Atterseeüberquerung

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Optimale Bedingungen fanden rund 300 Athleten bei einem der ältesten Sportereignisse dieses Landes vor: der Atterseeüberquerung. Auf über 78 Jahre Geschichte blickt man also zurück,


wenn man von Weyregg am Attersee aus das Strandbad Attersee auf der anderen Seite zu erspähen – eine durchaus gefinkelte Aufgabe tauscht man seine Optische gegen eine Schwimmbrille. Doch mit solch einem Werkzeug mussten wir „Querungsefrige“ uns begnügen.
Doch mal immer schön der Reihe nach. Angefangen hat der Tag bereits sehr früh, denn das Schiff das uns zunächst vom Ziel zum Start brachte, legte pünktlich um 7:50 von Attersee ab. In einer nur wenige Minuten dauernden Fahrt konnte man schon einmal die frische Seeluft inhalieren und gleichzeitig sich ausmalen, wie es sich auf dieser, naja, doch nicht ganz lapidaren Strecke von über 2,5 km wohl so schwimmen wird. Spektakulär wäre es ja gewesenen, wenn wir alle direkt vom Schiff ins Wasser gesprungen und los geschwommen wären. Ganz so actionreich war es dann aber doch nicht. In einer langen Kolonne ging's von der Anlegestation zum Startbereich, noch schnell in den Kleidersack zubinden, abgeben und Neoprenanzug zumachen.

Dann mal ab ins kühle Nass – die Stimmung erinnert 1:1 an einen Triathlonstart. In rundlichen, meist schwaren Ganzkörperkondomen ruderten also humanoide Walfische bereits vor dem Startschuss zwecks Aufwären durch die 19°C kühlen, aber im Neo nicht ganz unangenehmen Fluten des größten sich komplett im Land befindlichen Binnensees Österreichs (der Neusiedler- und Bodensee sind ja geteilte Seen). Einige der Mitglieder der Walschule waren noch kaum an den Startbereich zurückgekehrt als auch schon der Startschuss donnerte – ganz ohne Warnung, wie angekündigt, hat das Rennen mit einem metaphorischen Paukenschlag begonnen.

Für einen Triathleten: alles unter Kontrolle. Nichts Ungewöhnliches. Die Drängerei, das ein bisschen Übereinanderdrüberschwimmen versuchen. Ein paar Tritte. Ein paar Tritte zurück. Spritzen. Gischt. Schaum. Und das andere Ufer. Weit ist der Blick dorthin. Ohne Brille wirkt alles noch verschwommener und diffuser. Gott sei Dank hat sich der bescheidene Schreiber dieser Zeilen das Zielgelände gut eingeprägt. Mit der Brille war der rote Zielbogen und das Strandbadehaus ja noch relativ leicht anzuvisieren. Jetzt in der Hitze des Gefechts war es durchaus eine Herausforderung bloß geradeaus in die richtige Richtung zu schwimmen.

Die Signatur: gelber Fleck (Badehaus) über grünem Dreieck (Liegewiese) mit rotem Punkt (Zielbogen). Regelrecht eingraviert war es in das Hirn unseres wackeren Schreibers. Obgleich es sich um ein Rennen handelt, entschied man sich einen zügigen 3er Zug zu schwimmen. Bei schnurgeradem Kurs ohne Wellen und praktisch ohne Wind bewährt sich die „möglichst geradeaus“-Strategie. Nicht wenige Athleten leisteten sich mit leicht beschwipsten Schlangenlinien ein paar Extrameter – man hat's ja nicht nötig wie die Anfänger einfach nur stur und hirnlos auf's Ziel zu zuhalten. Diese Steigerung des Wirkungsgrads zahlte sich aus. Auch wenn der 3er Zug der O2 Aufnahme ein Limit setzt, so bringen das die Distanzersparnis und der rundere Rhythmus bei dieser Distanz locker wieder rein. Es war unserem tapferen Recken eines TriRunners sogar möglich sich von der Gruppe, mit der er anfangs schwamm, zu lösen und sogar noch einen weiteren Ausreißer kurz vor dem Ziel zu stellen. Guter Dinge gings dann also in den Zielkanal – geschafft, der Boden wird sichtbar. Noch ein Zug. Schon fasst ergreifen kann man ihn. So jetzt aber, aufgestanden Soldat und über die Ziellinie! Ein kurzer Blick auf die Uhr, die man im Wasser nicht zu betrachten wagte verriet: neue Bestzei...- was nein! 44:55 ???!! Was soll denn das jetzt, so stark habe ich mich gefühlt – und offenbar doch nur knapp 18 min / 1000 m geschwommen. Naja, gefühlt habe ich mich wenigsten deutlich schneller und ein Erlebnis war es trotzdem.

Gratulieren möchte ich auch unseren guten altgedienten Schwimmveteranen, dem Norbert Brendl zu seinen 40:24, sowie unserem leider inzwischen Exmitglied, Didi Haiböck zu seinem 3. Gesamtplatz in einer Zeit von sagenhaften 34:47!

Also in diesem Sinne, auf auf ins Training, die nächste Querung steht schon nächstes Jahr wieder an!

Autor : Stefan Schwarzmair



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