8 TriHiker nutzten das Traumwetter am Bosruck

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Am vermutlich perfektesten Wanderwochenende in diesem Jahr standen acht TriHiker am Bosruck und holten sich dank reichlich vorhandener Sonne auch gleich rote Nasen.


Ein Bericht von Christine Widmann.

Es gibt Sonntage, an denen ein Menschen für sein frühes Aufstehen reichlich belohnt wird. Der 2. Oktober 2011 war so ein Tag. Schon der Morgen zeigte sich perfekt: Mild, eine prachtvoll aufgehende Sonne über der Linzerstadt, kein Wind. Der wohl beste Tag in diesem Jahr für eine Bergwanderung war angebrochen. Was für ein Glück, dass die Trihiker just diesen Tag ausgewählt hatten, um ihre zweite Tour in der heurigen Wandersaison anzugehen. Das „Auffi muas i unbedingt“ stand Joe Fleischanderl, Stefan Schwarzmair, Elisabeth Stöttner, Laetitia Piblis, Klara und Florian Metzger, Otto Kammelberger und Christine Widmann wahrlich ins noch leicht schlaftrunkene Gesicht geschrieben und ließen die Füße schon bei der gut einstündigen Anfahrt zum Ausgangspunkt gehkribbelig werden. Je näher die Berge kamen, desto lauter hörte man es scharren in den Startlöchern. 



Erneut ein oberösterreichisch-steirisches Bergl als Ziel

Der Bosruck, ein gratartiger Bergstock aus Kalkgestein ist der westliche Berg der Ennstaler Alpen. Er ist – so wie der Dachstein – ein Grenzberg zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Je nach Routenbeschreibung variiert seine Höhe zwischen 1987 und 1992 Metern. Umso überraschender fällt deshalb die Inschrift am Gipfelkreuz aus, die da lautet: Bosruck, 2009 Meter über See! Hierzu gibt es zwei Erklärungsversuche: entweder das Kreuz wurde errichtet, als der Berg noch höher war (vermutlich vor Errichtung des Tunnels), oder die örtliche Feuerwehr war bei der Kreuzgestaltung schon dezent biergeschwängert. Auf den ungefähr 2000 Meter hohen Bosruck führen drei offizielle Wege, teilweise seilversichert. Die Trirunner entschieden sich für die leichteste Variante mit Abmarsch vom Pyhrnpass auf 945 m.




Drei Gipfel an einem Tag

Direkt dort, wo der Pyhrnpass ins Steirische kippt, fängt der Wanderweg auf den Bosruck an. Es gibt dort ein Wegschild, das auf die Tour aufmerksam macht und das man übersehen könnte, bei genauem Hinsehen aber nicht übersehen kann. Direkt neben dem Schild lässt der Wanderer sein Auto stehen. Durch ein kurzes Waldstück hindurch und leicht bergauf ist in wenigen Minuten die Fuchsalm erreicht, die in den frühen Morgenstunden noch schottendicht ist. In zahllosen Serpentinen führt der Weg weiter durch den morgendlich dampfenden Wald, moderat konstant ansteigend hinauf Richtung Lahnerkogel. Wenn in einer Höhe von rund 1500 Metern die Waldgrenze überschritten ist, öffnet sich der Blick ins Umland. Einmalig bezaubernd liegt die Bergwelt des Ennstals zu Füßen, die Täler sind nebelüberschwemmt, über den dichten Nebelwellen fängt sie Sonne an, kräftig warm zu werden. Nach rund zwei Stunden ist das erste von drei Gipfelkreuzen erreicht. Jenes des Lahnerkogels auf 1854 m Höhe. Die ungestresste Trihiker-Truppe gönnte sich das vierte Frühstück an diesem Tag, denn essen, das können sie immer, die Trihiker.

Beim Lahnerkogel beginnt die Gratwanderung und gleichzeitig löst sich der Nebel im Tal ins Nichts auf. Die Konturen werden immer klarer und scharfer. Nach rund 20 Minuten ist das nächste Gipfelkreuz erreicht. Dieses Mal ist es der Kitzstein. Langsam bekommen auch die Hände etwas zu tun. Der Gratweg ist zumindest so beschaffen, dass man konzentriert sein muss. Nur wenige Fixseile geben Halt und Sicherheit. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind von großem Vorteil. Bis zum Hauptgipfel des Tages ist noch einmal ein Gegenanstieg zu bewältigen, der einige Trirunner beim Abstieg zum Anstieg daran zweifeln lies, ob die Truppe überhaupt noch am richtigen Weg ist, oder – von der immer stärker brennenden Sonne und dem grellen Sonnenlicht – schon völlig in die Irre und ab vom Weg trifftet. Natürlich hat der Weg gepasst und nach zirka drei Stunden Gesamtgehzeit standen die Trirunner, gemeinsam mit zirka 30 anderen Personen und unzähligen rotzfrechen Bergdohlen, am Gipfel des Bosruck.




Platz mit Aussicht

Beim Wort Bosruck fällt den meisten nur ein Wort ein: Tunnel. Bei der Fahrt durch den 5400 Meter langen Bosrucktunnel ist man zwar schnell in Liezen, vergisst aber, welch prachtvoller Berg über dem Tunnel thront. Bei der Wahl zur Miss Berg würde der Bosruck mit seinen ebenmäßigen Stein-Fels-Geröll-Gras-Wald-Formationen und Zügen mit Sicherheit zu den Favoriten gehören. So schön, wie der Berg anzusehen ist, so imposant ist auch die Aussicht, die man von seinem Gipfel hat. Von diesem Aussichtsplatz überblickt man eine Berg- und Talwelt der Extraklasse. Die Trirunner saßen, aßen und genossen bis sich die ersten Sonnenbrände auf den Nasen abzeichneten.



Einziger Wehrmutstropfen ist der fehlende Elektrolyt-Ausschank am Gipfel oder in Gipfelnähe. Getrieben vom Gusto auf das after-hike-Bierchen ging der Abstieg zügig voran. Ottos Knie hielt, keiner rutschte, verklemmte oder verwurschtelte sich im Gestein und der dem „gemeinen Trirunner“ anheime Schmäh lief. Auf der Fuchsalm war das Wirtn-Paar anwesend. Normal ist die Alm um diese Zeit schon dicht gemacht, aber weil das Wetter gar so schön war, erbarmten sich die Wirtsleut, fuhren die Radlerkisten und den Steirerkas hoch und schenkten aus, was das Zeugs hielt. Sehr zur Freude der Trirunner, die am Ende des Tages und im Anblick der langsam hinter den Bergen abflachenden Sonnenstrahlen einmal mehr die Bestätigung dafür bekamen, dass es sich an manchen Sonntagen einfach lohnt, früh aufzustehen. 











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